Virtuos, grandios, mitreißend

2

Січня 2018

  • 19:51

  • Вівторок

Wenn im westukrainischen Lviv, dem früheren Lemberg, vom „Wyssokyj Samok", dem „Hohen Schloss", die Rede ist, dann ist damit normalerweise die höchste Erhebung der Stadt gemeint. Auf ihr ragten einst die Türme des alten Fürstenschlosses empor. „Wyssokyj Samok", heißt aber auch ein Ensemble von Lemberger Musikern.

Pressath. (mng) Die Haidenaabstadt ist den Instrumentalisten und Sän­gern um Leiter Andrij lazkiw nicht unbekannt: Bereits zum zweiten Mal gaben sie ein Gastspiel in der Pfarr­kirche. Alle, die zum Konzert kamen – gezählt wurden rund 110 Zuhörer –, wurden reich belohnt.

Unschwer war an ihrem Vortrag zu erkennen, dass alle Mitglieder des Ensembles Berufsmusiker sind – und davon begeistert, dem Publikum ukrainische Volksmusik und Klassik näher zu bringen. Die Einzigartigkeit der Gruppe zeigt sich auch bei der Besetzung: Jeder spielt nicht nur ein Haupt-, sondern mehrere Instru­mente. Das ermöglicht eine breite Interpretation von Werken verschiede­ner Stile, Epochen und Richtungen.

Zymbalon im Mittelpunkt

Und so kamen bei dem rund eineinhalbstündigen vielfältigen Programm unter anderem Akkordeon und Knopfakkordeon, ukrainische Sopilka, Kontrabass und Cello zum Ein­satz. Außerdem ein in unseren Brei­ten eher unbekanntes Instrument, das deshalb an dem Abend die be­sondere Aufmerksamkeit der Zuhö­rer fand: das Zymbalon, ein mit Klöp­peln geschlagenes Hackbrett.

Zunächst widmete sich das En­semble ukrainischer Völksmusik, bei­spielsweise mit den Stücken „Auf dem Weg nach Bethlehem" und „Uns ist der Retter geboren", bevor klassi­sche Werke von Dmitrij Bortnjansky sowie Myroslav Skoryk zu hören wa­ren. Aber auch Werke von Johann Se­bastian Bach und Max Regers „Mariä Wiegenlied" zeugten vom Perfektionismus des Ensembles. Olha Fenjuk bezauberte dabei mit ihrem strahlen­den Sopran die Zuhörer.

Bei deutschen Weihnachtsliedern – wie „O Tannenbaum", „Maria durch ein' Dornwald ging" und „Stille Nacht" – animierte sie die Zuhörer, mitzusingen. Dieser Aufforderung kamen die Besucher gerne nach. Mu­sik aus der Bukowina und aus Transkarpatien rundete das Konzert ab. Es war den Zuhörern anzumerken, dass ihnen der Auftritt der Gruppe gefiel, denn sie gingen teils unweigerlich zum Mitklopfen des Taktes und Mit­schwingen im Rhythmus über.

Langanhaltender Applaus

Schließlich wurde noch einmal deut­lich, wie grandios die Musiker ihr Handwerk beherrschen. Olexandr Holubnytschyj demonstrierte den faszinierten Besuchern sein Können am Zymbalon: schnelles Tempo, je­der Schlag exakt ausgeführt, die Lautstärke perfekt nuanciert, immer im Einklang mit den anderen.

Mit Luigi Arditis Arie „Der Kuss" und danach einem langanhaltenden Applaus endete das Gastspiel. „Da hätten wir wirklich was versäumt, wenn wir heute nicht gekommen wä­ren", erklärte ein Besucher. Es ist nicht nur der Wunsch von Stadtpfar­rer Edmund Prechtl, dass das Ensem­ble wieder einmal in der Stadtpfarr­kirche auftritt.

„Wysso­kyj Samok"

Das Septett gibt es seit 1997, seit 1999 ist es an der Lviver Philhar­monie als festes Ensemble enga­giert. Ihm gehören an: Olek Nastjuk (Geige), Ihor Stepanjak (Klari­nette), Wassyl Iwanyschyn (Cello, Trompete, Kontrabass, Saxhorn- Bariton, Perkussion), Wassyl Paljadnik (Kontrabass, Akkordeon), Olexandr Holubnytschyj (Zymba­lon, Sopilka), Orest Losynsjkyj (Schlagzeug), musikalischer Lei­ter Andrij Jazkiw (Pan-Flöte, So­pilka, Akkordeon). Solistin ist Ol­ha Fenjuk. (mng)

Die Stadtpfarrkirche als Konzertsaal: Rund 110 Zuhörer kamen beim Auftritt des ukrainischen Ensembles „Wysso­kyj Samok" aus Lemberg in den Genuss perfekt dargebotener Musik aller Stilrichtungen (Foto)                                                                                     

 Der neue Tag", Weiden i. d. OPf., vom 2. Januar 2018

Львівська обласна філармонія

Lviv philharmonic society


philharmonia.lviv@gmail.com
(067) 679 22 36